Everyhero – Every(one) like a hero

Jeder kann ein Held sein! Wir sind alle Everyheros!

Viele Politiker, Prediger der medialen Welt und Philanthropen wollen uns mit Worten und Taten überzeugen, dass jeder ein Held sein könnte. Nun stellt sich die Frage bin ich damit gemeint, ein anderer oder ein fiktives Konstrukt, das gar nicht existiert. Vielleicht ist niemand ein Held? Oder jeder könnte eine solche Fiktion von „Held“ sein?

Es wird viel über Alltagshelden in den Medien berichtet. Politiker sagen uns, dass jeder Anteil an der gesellschaftlichen Struktur für ein gelingendes positives Zusammenleben haben soll. Philanthropen vermeiden gleich den indirekten Kontakt über auditive und visuelle Medien, indem sie uns aktiv auf der Straße zu mehr Engagement auffordern: Taten, statt Worte! Werden nun all die Prediger zu unseren Helden? Werden wir durch das Folgen ihrer Aufforderungen zu (Alltags-)Helden? Oder sind diejenigen Helden, die sich unabhängig vom Trubel und der Propaganda aus Selbstzweck dem Helfen, im Sinne eines mythischen Heldentums, widmen?

Schließlich bleiben die zentralen Fragen: Was sind Helden? Gibt es (Alltags-)Helden überhaupt? Oder sind „Helden“ vor langer Zeit als Comicsuperhelden im Kampf gegen das Böse oder als Soldaten in Kriegen ihren Wunden und dem gesellschaftlichen unerfüllbaren Druck erlegen?

Wenn wir die Welt ganzheitlich betrachten, so fällt auf, dass viele „Helden“ wahrlich nicht aus Selbstzweck handeln, sondern viel mehr ihr persönliches Prestige durch Pseudoheldentaten aufbessern wollen. Dennoch akzeptieren bzw. tolerieren wir dessen Hilfe, obwohl wir wissen, dass im Hintergrund mehr Böswilliges als Gutes fabriziert wird, dass sich vom Inbegriff der moralischen Güte entzweit und ggf. steuerlich geltend machen lässt. Es bleibt nicht viel von unseren Alltagshelden aus der Promiwelt, wenn wir hinter die Kulissen blicken: Eine Scheinwelt voller Lügen, Intrigen und Kriege, gefördert durch Gier. Unsere Welt braucht Helden, die sich diesen Trieben und Lüsten widersetz: Wahre Helden, die selbstlos und bedacht für das Gute handeln, ohne sich vom Bösen zum falschen Handeln verleiten zu lassen.

Jeder Held lässt irgendwann seine Hüllen des Scheins fallen und offenbart sein wahres Gesicht, voller Falten, Leid und triebhafter Lüste. Könnte schließlich nicht jeder ein Held sein, wenn jeder, trotz seiner Unvollkommenheit und Triebhaftigkeit, ein Teil vom Ganzen, einem durch Pflichten und multidimensionalen Problemen geprägtes System, übernimmt. Heldentum würde so zu einem berechenbaren Prinzip werden, sofern wir erkennen, dass vollkommene Helden eher fiktive Konstruktionen oder zumindest seltene Randerscheinungen sind. Das Prinzip als solches sieht in jedem vernunftmäßigen und rational konstruktiven Prinzip seine Funktionalität, sofern sie über die eigenen Zweckerfüllungen hinaus das Gegenüber als leidendes Wesen wahrnimmt und aus diesem Sachverhalt hinaus seine Hilfe, auf Zeit, zur Linderung des fremden Leides weitestgehend selbstlos anbietet. Hierbei sind die subjektiven Empfindungen gleichsam notwendig, um über funktionale Aspekte hinaus, auch das Gegenüber als ganzheitlich leidend zu erkennen. Denn ein rein vernünftiges Wesen würde den Nutzen der Hilfsbereitschaft gegenüber einer zu erfüllenden Pflicht abwägen, wobei die Perspektive der Pflicht, sofern nicht mehrere Leben durch ein Leid bedroht sind, als höherwertig ansehen würde. Aus diesem Formelwirrwarr eines Heldenprinzips wird erkennbar, dass selbst das Prinzip des Heldseins als globales Prinzip Lücken aufweist, aber dennoch eher eine Berechtigung als Heldenkonstrukt gegenüber einen absoluten Heldenbegriffs inne hat, der sich in der triebhaften Heldenvorstellung als Einzelphänomen offenbart. Somit sind Helden vielmehr „Everyheros“, weil jeder Anteil am Heldenkonstrukt hat. Schließlich kann der Held nicht immer nach supererogatorischen Maß leben oder handeln, denn selbst „er“ hat das Bedürfnis nach Liebe und Selbsterfüllung.

Jeder Held muss auch seiner irdischen Seite, dem sinnlichen Wesen, einer Person auf Zeit, nachgeben, um wieder regeneriert seine Pflichten als Held zu vollziehen. Ein Held hat somit viele Gesichter. Diese Gesichter sind meist menschlicher, aber nicht ausschließlich eindeutiger Natur. Helden können als Personen auch tierische Züge tragen. Dadurch wird der Held als konstruierbares Gebilde geformt, gelegt, kombiniert, sortiert und destruiert zu einem facettenreichen, gleichsam collageartigen, Gebilde. Alles und jeder ist ein Held, auch wenn wir sie nicht immer sehen, weil sie ihre Gesichter nicht immer offensiv in den prestigefördernden Medien zeigen, sondern vielmehr bedeckt halten. Es sind Aspekte von Helden: Everyheros!

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