Resümee – Vernissage „Helden der Antitopie“

Eröffnungsrede eines Freundes

Sehr geehrte Damen und Herren, Freunde und Kunstinteressierte,

ich begrüße sie/euch ganz herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „Helden der Antitopie“. Wie der Titel der Ausstellung schon verrät, so treffen wir auf Helden, zumindest scheinbare Helden, die sich als Konstrukte des Alltags bzw. einer Fiktion entpuppen. Hierzu wird uns der Künstler im Anschluss meiner kurzen Eröffnungsrede genaueres erzählen.

Einige Worte zum Künstler: Sein Werdegang verlief über Umwege und verschieden biographischen Problemfelder zur Kunst als Ausdrucks- und Reflexionsform. Dabei versteht der Künstler seine Rolle als multiplikatorisch, im Sinne seiner performativen und konzeptionellen Arbeit im Rollenspiel des Heldenkonstruktes. Sein Konzept umschließt inhaltlich die Erfassung sozialer und metaphysischer bzw. philosophischer Prozesse im Kontext persönlicher und gesellschaftlicher Erlebnisse. Dabei wird primär der Heldenbegriff in seiner Facettenvielfalt gespiegelt. In besonderer Weise greift der Künstler in dieser Arbeit auf neo-mythische Symboliken zurück. Symbole, die teilweise kulturell vordefiniert sind, aber auch neu geschaffen wurden, um eine biographische Lesbarkeit zu ermöglichen. Dies geschieht immer so, dass sie als Betrachter der Werke die Möglichkeit haben das Werk im Kontext eigener Erfahrungen frei reflektieren zu können.

Im Laufe seiner künstlerischen Ausdifferenzierung hat der Künstler verschiedene künstlerische Praktiken erprobt:

  1. die klassische und experimentelle Zeichnung,
  2. die abstrakte Malerei mit figurativen Ansätzen,
  3. die Raum- und Körperplastik,
  4. die Performance sowie Aktionskunst,
  5. bis hin zum Animations- und Kunstfilm.

Schließlich legte er sich auf übergreifende Formate fest, welche die Malerei, Fotografie und Performance verschränkte. Ein Teil dieser Verschränkungen können sie heute hier in dieser Ausstellung betrachten.

Gerne können sie Bilder dieser Ausstellung käuflich erwerben. Hierzu treten sie bitte mit mir oder dem Künstler in Verbindung. Ansonsten besteht während der gesamten Ausstellungszeit die Möglichkeit über Frau Endrullat Ankäufe zu regeln.

Des Weiteren können sie online auf der Internetseite vom Künstler mehr vom selben sehen.

Nun übergebe ich das Wort an den Künstler, der ihnen einige Einblicke in seine Werkserien ermöglichen möchte.

 

Impressionen vor der Eröffnung

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Rede von mir (Künstler)

„Helden der Antitopie“, sind Konstrukte, gleichsam eines supererogatorischen Moralprinzips. D. h. als nicht existierende Wesen in persona des Diesseits müssen sie zwangsläufig einer Dystopie, einer nicht existierenden Parallelwelt, entstammen.

Emanzipatoren. Grundsätzlich ist der Heldenethos ein Vorbildethos. Daher können wir all zu oft auch Helden, im Sinne einer alltäglichen Nutzung der Begrifflichkeit antreffen, die wir dann „Alltagshelden“ nennen. Ich habe hier die Begrifflichkeit der „Emanzipatoren“ eingeführt, um eine Verstärkung der Rollenzuweisung als Vorbild hervorzuheben. Diese Emanzipatoren stehen für die Vielfalt unserer multikulturellen, meint pluralen, Kultur. Dabei sind die Bilder von Symbolen überschwemmt. Bei der Technik arbeitete ich auf mehreren Ebenen mit verschiedenen Techniken der Malerei.

Bubbleheros. Bei meinen Bubbleheros beschäftigte ich mich mit der Frage der Wesensumschreibung von Helden in übergeordneten Kontext eines universalisierbaren Heldenbegriffs. Dabei verlor meines Erachtens der Begriff seine Deutungsebenen gänzlich und es verblieben ausschließlich Referenzrahmen, wobei die Projizierbarkeit des Helden als eine Art Hülle betont zurückbleibt. Der Held wird so zu einer Art Seifenblase, die jederzeit platzen könnte. Dabei waren mir die digitalen Medien durch Bildbearbeitungsprogramme ein hilfreiches Instrument zur Darlegung planetarischer Konstrukte mit Rollenabbildungen und malerischen Verläufen.

Everyheros. Bei meiner dritten Werkreihe verschränke ich medial die malerischen und digitalen bildmanipulativen Techniken. Hier versuche ich über ein Heldenprinzip zu referieren. Dieses versteht sich im Sinne einer philosophischen Formel eines empathischen, wenn gleich vernunftgeleiteten, Helden, der zwar seiner Pflicht der Supererogation nachgeht, aber nur bedingt. Der Held bleibt durch seine Triebe, denen er nachgehen muss, gehemmt, um eine Katharsis zu erreichen, die ihm spätere Heldentaten ohne Abwege ermöglicht. Perspektivisch wäre demnach jedes lebende Wesen heldenfähig, weil ausschließlich die Überschreitung der Normpflicht, entsprechend dem Kulturrahmen, vollzogen werden müsste. Dennoch, selbst diese Maxime, dass jeder ein Held sein könnte, sofern wir sie als universell vollziehbar annehmen wollen, würde sich auflösen. Dadurch bleibt schließlich nur ein fehlerhaftes triebgesteuertes Subjekt zurück.

Resümierend lässt sich sagen, dass meine Helden der Antitopie sich medial und philosophisch mit den Problemen der fehlerhaft definierten Vorbildrolle, im Heldenbegriff verankert, beschäftigen. Sie verweilen nur kurz im Diesseits, bevor sie eine Dystopie erreichen und gänzlich unsere instabile Welt verlassen.

Ich wünsche ihnen nun viel Spaß bei der Betrachtung der Bilder und freue mich über persönliche Gespräche mit ihnen.

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